Zusammenfassung des Librettos

Es besteht aus 15 Szenen, die sich lückenlos folgen und z.T. recht abrupt in einander übergehen.
Der volle Text kann beim Autor bezogen werden.

Die Rollenträger

  • Johannes:  Bariton. Neugieriger, lebenshungriger Mensch
  • Sophia: Sopran. Griech.: Weisheit, Wahrheit;  biblisch :  Gehilfin des Schöpfers (Sprüche 8:22f ), starke,  begeisternde Person
  • Jesus: der biblische Christus
  • Maria: die  biblische Mutter Jesu
  • Komtur: Tenor. Entlehnung aus  Mozart's Don  Giovanni. Verkörpert Tradition, Macht und Moral
  • Klonus: Geistige Apparatschiks, Ritualvollzieher, Träger von Würde. Repräsentieren  Sport, Personenkult, Wirtschaft, Klerus, Politik, Massenmedien, Medizin und Wissenschaft
  • Kultdiener: Kinder als Gehilfen des Klonus
  • Ein Tänzerpaar ( auch Brautpaar ) und eine Ballettgruppe
  • Klonus, Volk und Hochzeitsgesellschaft: Ballettgruppe  und  Chormitglieder

Szene 1: Die Vision im Ort Eden des King’s Canyon: Liebe als Ziel der Schöpfung

Urschrei – „You didn' tell the truth!” Johannes erkennt: „Meine Seele schaut es mit allen fünf Sinnen... mein Leib sagt es mir..... Ihr habt die Wahrheit verschleiert“. Sophia, die Weisheit - gemäss Sprüche 8:22f des Schöpfers Erstlingswerk - bietet Johannes an, ihn in die Wahrheit zu führen.  

Szene 2: Das Volk ruft nach Ordnung und Sicherheit

"..... wir leben gepeinigt von Angst und von Sorge. Komtur, Komtur gib du uns Arbeit und Brot, Regeln und Zeremonie ....."

Szene 3: Das Füllen des Ritualgefässes mit Kultnormen.  Entstehen von Fremdbestimmung

Mit Hilfe des ihm ergebenen Klonus schafft der Komtur Rituale und Tradition, Mythos und Idole mit Ikonen aus der Welt der Wissenschaft und Religion, des Sports und Personenkultes

Szene 4: Fremdbestimmung bringt Leiden (als kurze Einblendung in die Szene 3)

Ein Kind wendet kritisch ein: "..... nach unsern Träumen fragt ihr nicht. Nur was ihr wollt, das hat Gewicht. Wir müssen tun was euch gefällt, denn der Klonus  bestimmt ja diese Welt“ ( dessen ungeachtet setzt der Komtur sein Schaffen mit dem Klonus - Szene 3 - fort .....).

Szene 5: Konventioneller Trauakt

" Tut was sich gehört und seid konform, bis der Tod euch scheidt' aus aller Norm.“

Szene 6: Ekstatische Party

Die Hochzeitsfeier entwickelt sich zu einem wilden Getümmel. Es fliesst reichlich Wein.

Szene 7: Flucht in die Betäubung

..... wo hat's noch Wein ? ..... ich will Wein .....

Szene 8: Ermattung, Ohnmacht und Hilfsbedürftigkeit

Verkatert klagt das Volk: „You didn' tell the truth!" Maria leidet unter der Enttäuschung der Festgesellschaft. Sie versucht zu beschwichtigen und ruft Jesus, den Durst der Gäste zu stillen.

Szene 9: Erkenntnis

Maria beklagt die kulturell-religiöse Fremdbestimmung als Ursache des Elends.

Szene 10: Das Auftreten Jesu

Jesus spricht zu den Menschen, die am Boden liegen "..... wer nicht liebt erkennt Gott nicht; denn Gott ist Liebe ....." (1.Johannes 4:7) ----- Zwischenruf: "das riecht nach Gebot ! ".

Szene 11: Die authentische Sprache des Schöpfers

Jesus, Sophia und Maria erklären den Zusammenhang zwischen Symbol und Wirklichkeit. Sie vergleichen biblische Geschichte mit biologischem Geschehen, d.h. die steinernen Gesetzestafeln von Moses mit dem Genom (= DNA ) als göttlicher Weisung für alles Lebende. Alle Wirklichkeit will auch Symbol sein, das in die Wahrheit führt.

Szene 12: Das urtümliche Kreuzsymbol

Die Umsetzung der Weisungen des Genoms ins Lebendige vollzieht ein Molekül, das die Form des Logozeichens dieser Kantate,  d.h. des christlichen Kreuzes hat. Dieses Gebilde verwirklicht in jeder Zelle unseres Leibes dasselbe Ziel, wie der am Kreuz getötete Jesus bezüglich der alttestamentlichen Überlieferung: Allein der wahrhaftige Wille Gottes soll geschehen. Alles Wirken Gottes wird uns nur als Gleichnis verständlich.

Szene 13: Die neue Füllung des Ritualgefässes

Jesus, Sophia und Maria füllen das Ritualgefäss mit der göttlichen Botschaft: „Liebe ist der neue Inhalt allen Daseins. Liebe ist Ziel aller Religiosität. Liebe ist Begegnung und Einssein von Menschen mit Gott.“

Szene 14: Das Neue

Jesus: „Mit uns und durch uns, meine Geliebten, betritt die Schöpfung ihre neue Ära der Freiheit: Beendet ist der Kampf des „survival of the fittest“. Die Liebesbeziehung steht hoch  über der Zeugung von Nachkommen.

Ansage: Hört nun auf das Gleichnis des Schöpfers: Das Verliebtsein, wie es im alttestamentlichen Buch " Das Hohelied "  besungen wird, ist Abbild vom Verhältnis des Schöpfers mit seinem Geschöpf Mensch.

Szene 15: Das Hohelied als Gleichnis der Ich-Du–Beziehung

Als Abschluss wird das Wunder Jesu - die  Wandlung von Wasser zu Wein - verherrlicht und als  Geist-Wirkung seiner Rede über das Buch " Das Hohelied " gedeutet, worin Liebe mit Wein verglichen wird: "..... Ja, besser als Wein schmeckt deine Liebe ..... Deine Zärtlichkeit ist süsser als Wein ..... an ihr wollen wir uns berauschen .....".

Powered by
scicomp.ch